
Die TSG Hoffenheim meldet sich mit einem 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund zurück im Rennen um die Champions-League-Plätze. Der schwache BVB hinterlässt weiter den Eindruck, dass er die Saison schon austrudeln lässt.
Andrej Kramaric brachte Hoffenheim in der 42. Minute mit einem verwandelten Elfmeter in Führung. Nach dem Ausgleichstreffer durch Serhou Guirassy in der Schlussphase (87.) sah es nach einem glücklichen Unentschieden für den BVB aus. Doch in der Nachspielzeit (90.+8) sorgte erneut Kramaric mit seinem zweiten Elfmetertreffer für die Entscheidung.
Die zuletzt abgerutschten Hoffenheimer meldeten sich mit dem Sieg zurück im Rennen um die Champions-League-Qualifikation und kletterten mit nunmehr 54 Punkten auf den fünften Platz. Der BVB, dem die erneute Teilnahme an der Champions League wohl kaum mehr zu nehmen ist, kassierte die zweite Niederlage in Folge und hinterließ weiter den Eindruck, dass er die Saison schon austrudeln lässt.
Hoffenheim von Beginn an offensiv
Hoffenheim schien entschlossen, die schlechte Serie von vier Spielen ohne Sieg zu beenden. Die Gastgeber waren von Beginn an giftig und sehr präsent: Schon nach 15 Sekunden hatte Fisnik Asllani nach einem Steilpass von Ozan Kabak die erste Chance. Asllani hatte schon BVB-Keeper Gregor Kobel überwunden – Niklas Süle, erstmals nach zwei Monaten wieder in der Startelf, klärte kurz vor der Linie.
In der 6. Minute war Hoffenheim noch näher dran an der Führung: Nach einer Flanke von Wouter Burger brachte Tim Lemperle den Ball als gefährlichen Aufsetzer auf den Kasten – die Latte stand im Weg.
Der BVB brauchte etwas, um ins Spiel zu kommen: Nach einer Viertelstunde köpfte Daniel Svensson nach Fabio Silvas Flanke über den Kasten. Noch knapper war es nach 24 Minuten, erneut nach einer Silva-Flanke rauschte Maximilian Beier in der Mitte nur haarscharf am Ball vorbei – Nationalkeeper Oliver Baumann wäre wohl machtlos gewesen.
Hoffenheim blieb aber das zielstrebigere und gefährlichere Team: Kramaric hatte, herrlich freigespielt von Vladimir Coufal, die bis dahin beste Chance des Spiels, Kobel tauchte blitzschnell ins Eck und drehte den Ball um den Pfosten (26.).
Drama um Süle – Elfmeter verschuldet, verletzt raus
Der Kroate, zuvor seit sechs Spielen ohne Treffer, hatte weiter kein Abschlussglück – bekam aber kurz vor der Pause die nächste Chance vom Elfmeterpunkt. Dabei wurde Dortmunds Abwehrroutinier Süle zur unglücklichen Figur: Der 30-Jährige rutschte beim Zurücklaufen weg und ging mit Schmerzen zu Boden. Der Schuss von Kramaric traf Süle, der im Liegen aus Reflex eine Bewegung zum Ball machte, am Arm.
Während Süle noch behandelt wurde, meldete sich der VAR und ordnete eine Überprüfung am Monitor ab, Schiedsrichter Daniel Siebert war die Zerknirschung anzumerken, als er verkündete, dass nach den Regeln ein strafbares Handspiel vorlag. Ein bitterer Moment für den früheren Nationalverteidiger, der verletzt ausschied. Womöglich war es der letzte Auftritt im BVB-Trikot für Süle, der Schwarz-Gelb im Sommer verlässt. Kramaric trat an und versenkte den Strafstoß platziert im rechten Eck.
Der BVB suchte nach der Pause deutlich mehr die Offensive, verstärkte die Besetzung im letzten Drittel, spielte aber weiter zu umständlich. Nach einer Stunde brachte Niko Kovac mit dem zuletzt abgetauchten Serhou Guirassy eine neue Offensivkraft – und Guirassy leitete kurz darauf die erste richtig gefährliche Torannäherung der Dortmunder im zweiten Durchgang ein: Seinen Steilpass legte Marcel Sabitzer zurück auf Svensson, aber der zögerte zu lange, Kabak blockte den Schuss ab.
Dortmund ohne Kreativität – Guirassy mit dem glücklichen Ausgleich
Die Dortmunder blieben optisch überlegen, lieferten aber den zahlreichen Kritikern weiter Argumente, dass der Kader eine dringende Renovierung benötigt. Spielerisch wirkte es weiter behäbig und mit zunehmender Spieldauer immer hilfloser, auch die Hereinnahmen von Samuele Inacio und Julian Brandt 20 Minuten vor dem Ende brachten nicht mehr Kreativität ins BVB-Spiel.
Hoffenheim wiederum verpasste es, die Kontermöglichkeiten besser auszuspielen und das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Dies bestrafte Guirassy, den Kabak in der Schlussphase ein einziges Mal aus den Augen verlor. Dortmunds Stürmer drehte sich und schloss blitzschnell ab – der Ball schlug im kurzen Eck ein. In der Nachspielzeit hätte Beier fast noch das Siegtor nachgelegt, Baumann parierte.
Kurz vor dem Ende der sechsminütigen Nachspielzeit nahm das Spiel doch noch eine Wende, als sich der VAR wie schon beim ersten Hoffenheimer Tor einschaltete: Die Flanke von Alexander Prass lenkte Ryerson minimal mit dem Unterarm ab. Siebert entschied nach Überprüfung erneut auf Handelfmeter. Kramaric behielt erneut die Nerven, er schickte Kobel ins falsche Eck und sorgte doch noch für den Sieg.
Der kroatische Routinier hat damit offenbar rechtzeitig zur entscheidenden Phase der Saison seine Treffsicherheit wiedergefunden, so wie man es von iohm kennt in seiner bisherigen Karriere: 90 seiner 138 Tore in der Bundesliga hat Kramaric in der Rückrunde erzielt. Die Kraichgauer dürfen weiter hoffen, dass es mit seinen Treffern am Ende für die Königsklasse reicht.
Hoffenheim beim HSV, Dortmund gegen Freiburg
Hoffenheim ist am Samstagabend beim Hamburger SV zu Gast (18.30 Uhr). Dortmund empfängt am Sonntagabend den SC Freiburg (17.30 Uhr).
Ref: https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/hoffenheim-nutzt-pomadigen-auftritt-des-bvb,spielbericht-tsg-hoffenheim-borussia-dortmund-106.html











