Das Luchsprojekt im Schwarzwald, vom Ministerium in Auftrag gegeben und von der FVA Freiburg umgesetzt, zielt darauf ab, eine nachhaltige Luchspopulation zu etablieren. Bis 2027 sollen bis zu zehn weitere Luchse, hauptsächlich Weibchen, ausgewildert werden. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Jägern ist für das Monitoring unerlässlich, während Führungen und Vorträge die Öffentlichkeit informieren und begeistern.
Politischer Wille und breite Unterstützung sind vorhanden. Luchs Toni hat sich seit fünf Jahren im Nordschwarzwald angesiedelt und beweist, dass der Lebensraum nach über 250 Jahren Abwesenheit hervorragend geeignet ist. Menschliche Hilfe ist entscheidend, da weibliche Luchse den Schwarzwald nicht eigenständig erreichen. Der „Infopoint Luchs“ auf dem Kaltenbronn bietet Informationen und fördert die Einstellung: „Willkommen daheim Pinselohr!“
Wie planen Sie, nach dem Tod des Luchsweibchens weiter vorzugehen?
Ich bin in diesem Projekt nur ein kleines Rädchen – der Auftrag zur Bestandesstützung für den Luchs in Baden-Württemberg an die FVA Freiburg erfolgte durch das Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum. In meiner Funktion als Wildtierbeauftragter bin ich in Zusammenarbeit mit der FVA am Monitoring beteiligt. Diese Tätigkeit würde ich sehr gerne noch möglichst lange weiterführen.
Gibt es bereits Pläne für die Ansiedlung weiterer Luchse?
Es ist vorgesehen bis zu zehn, vor allem weibliche Luchse bis 2027 im Schwarzwald auszuwildern.
Wie arbeiten Sie mit anderen Naturschutzorganisationen und der lokalen Bevölkerung zusammen, um das Luchsprojekt zu unterstützen?
Wichtig ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Jägerschaft. Ohne eine Mitarbeit der Jäger kann das Monitoring nicht erfolgreich durchgeführt werden. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit versuche ich u.a. durch Führungen und Vorträge Begeisterung und Verständnis für die faszinierende Wildart Luchs und deren Wiederansiedlung zu wecken.
Welche Unterstützung benötigt das Projekt von politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit, um die Wiederansiedlung von Luchsen erfolgreich fortzusetzen?
Die Wiederansiedlung wurde viele Jahre lang von verschieden Institutionen auf breiter Ebene vorbereitet. Der politische Wille ist nun im aktuellen Koalitionsvertrag der Landesregierung festgeschrieben und wird durch wichtige Kooperationspartner hervorragend unterstützt.
Erfahrungen und Geschichten
Können Sie uns von einem besonders beeindruckenden Erlebnis im Zusammenhang mit Luchs Toni erzählen?
Einige Monate nach seiner Besenderung gab es plötzlich für längere Zeit keine GPS-Signale mehr von seinem Halsband. War er abgewandert oder ist ihm was passiert? Selbst ein Flugzeugeinsatz der FVA mit Spezialtechnik aus der Schweiz blieb erfolglos. Am nächsten Tag konnte ich mit bewährter VHF-Technik und viel Zufall Toni lokalisieren. Es ging ihm blendend und er hatte sich halt nur gut versteckt. Die Freude und Erleichterung in unserem Team war riesig.
Wie reagieren Waldbesucher auf die Anwesenheit von Luchsen?
Sie werden aufgrund der nachtaktiven Lebensweise der Luchse diese kaum zu Gesicht bekommen. Es kommt aber immer wieder zu Nachfragen aufgrund von Presse- und Fernsehberichten. Dabei ist die Begeisterung über diese Wildart deutlich zu spüre
Welche Botschaft möchten Sie unseren Lesern außerdem über die Bedeutung des Luchsprojekts mitgeben?
Der Luchs ist eine faszinierende Tierart. Ohne menschliche Hilfe gibt es keine Population im Schwarzwald, da weibliche Luchse aufgrund ihres eingeschränkten Wanderverhaltens diesen nicht erreichen. Luchs Toni ist jetzt schon seit 5 Jahren im Nordschwarzwald heimisch geworden. Damit zeigt er uns, dass dieser Lebensraum für Luchse auch nach über 250 Jahren hervorragend geeignet ist.
Wie können interessierte Leser mehr über das Projekt erfahren oder sich engagieren?
Hierzu wurde auf dem Kaltenbronn am Infozentrum der „Infopoint Luchs“ eingerichtet. Er ist mit moderner Medientechnik ausgestattet. Der Besuch ist kostenlos und lohnt sich auf jeden Fall für alle Altersgruppen.
Engagieren kann man sich für das Projekt mit der inneren Einstellung: „Willkommen daheim Pinselohr!“
Fotograf: Alex Kijak
Hinweis: Externer Inhalt von https://www.mein-schwarzwald.de/blog-schwarzwald/willkommen-daheim-pinselohr-martin-hauser-uns-seine-luchse/. Rechte bei den jeweiligen Urhebern. » Mehr… » Melden





