This study examines whether high collective bargaining coverage significantly impacts the wage share. Despite political aims, theory suggests a limited impact: higher wages raise labor costs, potentially triggering substitution, reducing employment, and lowering the wage share long-term.
Empirical international analysis shows no strong correlation between coverage and the wage share, with high-wage-share countries having diverse coverage. The adjusted wage advantage for unionized workers is often minimal or negative in high-coverage nations (e.g., Sweden), and only about 5% in Germany. Modeling confirms a marginal effect even with significant coverage increases. Thus, collective bargaining coverage is not an effective tool for labor-capital redistribution.
Die Studie untersucht, ob eine hohe Tarifbindung die funktionale Einkommensverteilung zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern beeinflusst.
Dies wird anhand der Lohnquote gemessen. Politische Initiativen wie das Bundestariftreuegesetz und die EU-Mindestlohnrichtlinie zielen auf eine Ausweitung der Tarifbindung ab. Aus theoretischer Sicht erscheint ein starker Einfluss jedoch unwahrscheinlich. Höhere Tariflöhne erhöhen die Arbeitskosten im Verhältnis zum Kapital, was langfristig Substitutionseffekte auslösen und die Lohnquote verringern kann. Darüber hinaus können überhöhte Löhne die Beschäftigung gefährden und Anpassungen hin zu höherer Kapitalintensität und Produktivität erzwingen.
Die empirische Analyse im internationalen Vergleich zeigt eine große Bandbreite der Tarifbindung: Sie reicht von knapp hundert Prozent in Frankreich bis zu weniger als zehn Prozent in Estland. Zehn Länder erreichen einen Wert von über achtzig Prozent, darunter Frankreich, Österreich, Belgien und die skandinavischen Staaten, während Deutschland bei rund fünfzig Prozent liegt. Hinsichtlich des Lohngefälles zwischen tariflich erfassten und nicht tarifvertraglich Beschäftigten lässt sich kein einheitliches Muster erkennen. In Ländern mit hoher Absicherung ist der Lohnvorteil der versicherten Arbeitnehmer in der Regel gering oder sogar negativ, wie in Schweden oder Dänemark. In Deutschland beträgt der unbereinigte Lohnunterschied etwa 27 Prozent, bereinigt jedoch nur etwa fünf Prozent, was auf Selektionseffekte zurückzuführen ist, da vor allem produktive Unternehmen Tarifverträge anwenden.
Der internationale Querschnittsvergleich bestätigt die theoretischen Überlegungen, dass es keinen engen Zusammenhang zwischen dem Grad der Tarifbindung und der Höhe der Lohnquote gibt: Länder mit einer hohen Lohnquote, wie Kroatien oder Lettland, weisen sehr unterschiedliche Deckungsgrade auf. Dies wird auch durch eine einfache Modellrechnung für Deutschland bestätigt: Eine Erhöhung der Absicherung von 50 auf 80 Prozent würde den Lohnanteil nur um etwa 1,1 Prozentpunkte erhöhen, wenn man von einem bereinigten Lohnvorteil der abgedeckten Unternehmen von maximal 5 Prozent ausgeht. Die Tarifbindung erweist sich somit nicht als wirksames Instrument zur Umverteilung zwischen Arbeit und Kapital.
Hinweis: Externer Inhalt von https://www.iwkoeln.de/en/studies/christoph-schroeder-collective-bargaining-coverage-and-functional-income-distribution-in-international-comparison.html?utm_source=rss. Rechte bei den jeweiligen Urhebern. » Mehr… » Melden









