Jörg Müller, a leading German chef and host, died last week at 79 after a long illness. He significantly shaped German haute cuisine for decades, pioneering a new culinary culture in the 1970s. Müller earned two Michelin stars at the „Schweizer Stuben“ and again on Sylt, before opening his acclaimed namesake hotel and restaurant there in 1988. In 2014, he famously withdrew from restaurant guide ratings, prioritizing guest experience over accolades. Known for his classic cooking, independent spirit, and dedication to hospitality, Müller’s legacy as an entrepreneur and culinary artist is deeply woven into Germany’s gastronomic history, especially on Sylt.
Der große Koch und Gastgeber prägte über Jahrzehnte die deutsche Gastronomie mit klassischer Kochkunst und seiner Persönlichkeit.
Mit dem Tod von Jörg Müller verliert Deutschland einen der bedeutenden Vertreter der klassischen Hochküche. Der gebürtige Freiburger starb vergangene Woche in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Alter von 79 Jahren nach längerer schwerer Krankheit. Müller gehörte über Jahrzehnte hinweg zu den prägenden Figuren der deutschen Gastronomie. Dabei setzte er Maßstäbe und war Teil der in den 1970er-Jahren einsetzenden Hinwendung junger deutscher Köche zu einer neuen Küchen- und Genusskultur in Deutschland.
Zwei Sterne in den legendären Schweizer Stuben
Müller stammte aus einer Gastronomenfamilie. Nach seiner Ausbildung im Hotel Bauer in Müllheim führten ihn Wanderjahre nach England, in die Schweiz und nach Griechenland. 1972 wurde er Küchenchef der legendären Schweizer Stuben in Wertheim. Dort begann sein Aufstieg in die erste Liga der deutschen Gastronomie. Bereits 1977 wurden die Schweizer Stuben mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet und zählten damals zu den besten Restaurants des Landes.
Jörg Müllers jüngerer Bruder Dieter ist ebenfalls Koch. Zwischenzeitlich hielt Dieter Müller drei Sterne im Restaurant Dieter Müller im Schlosshotel Lerbach.
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Persönlichkeit
Ein sattes Leben: Die Biographie von Wolfram Siebeck
Vor zehn Jahren ist der Restaurantkritiker und Gastronomie-Autor Wolfram Siebeck gestorben. Sein Einfluss auf die kulinarische und gastronomische Kultur Deutschlands war riesig – ebenso wie sein Ego. Jetzt ist ein aufschlussreiches Buch über Leben und Arbeit dieser bemerkenswerten Persönlichkeit erschienen.
Jörg Müller zog es 1983 nach Sylt. Im Restaurant Nösse in Morsum erkochte er erneut zwei Michelin-Sterne. Schließlich eröffnete er 1988 ein Hotel und Restaurant in Westerland, das seinen Namen trug und Jörg Müller zu einer gastronomischen Institution machte – weit über Sylt hinaus. Der zweite Michelin-Stern blieb dort aber aus.
Im Jahr 2014 traf Müller eine damals viel beachtete Entscheidung: Er verabschiedete sich bewusst aus dem Bewertungssystem der Restaurantführer und verzichtete auf weitere Auszeichnungen. Er wollte, wie er sagte, mehr Raum für entspannten Genuss schaffen und sich stärker an den Bedürfnissen seiner Gäste orientieren als an den Erwartungen der Tester. Diese Haltung entsprach seinem Wesen: unabhängig, eigenständig und stets dem Gast verpflichtet.
Wachtelcrepinette im Deutschen Archiv der Kulinarik
In seinem Nachruf auf dem Portal eat-drink-think.de schildert Restaurantkritiker Jürgen Dollase Jörg Müller als „großen Meister der klassischen und klassisch-fundierten Küche“, von dessen „gradliniger Weisheit“ man lernen konnte. Im vergangenen Jahr, bereits von schwerer Krankheit gezeichnet, kam Müller nach Dresden, um für das Deutsche Archiv der Kulinarik eines seiner bedeutendsten Gerichte zu dokumentieren. Dort bereitete er seine berühmte Wachtelcrepinette für die Gäste einer Gala zu. Die Krankheit habe Jörg Müller zuletzt vieles genommen, schreibt Dollase, nicht aber jene „Vornehmheit und Kultur“, die seine Persönlichkeit auszeichneten.
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Neustart
Müller macht konsequent weiter
Das Gastgeber-Gen liegt dem gebürtigen Freiburger im Blut und das merkt der Besucher seines Hauses in Sylt schon am Eingang.
Jörg Müller war nicht nur Koch. Er war Unternehmer, Weinkenner, Gastgeber und Familienmensch. Gemeinsam mit seiner Frau Barbara, die vor einigen Jahren verstarb, baute er auf Sylt ein gastronomisches Unternehmen auf, das Generationen von Gästen geprägt hat. Sein Gespür für Gastlichkeit war ebenso groß wie sein handwerkliches Können. Der Name Jörg Müller wird dauerhaft mit der kulinarischen Geschichte Deutschlands und der Insel Sylt verbunden bleiben.
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