Angesichts deutlich fallender Ölpreise gelang dem deutschen Leitindex an Pfingstmontag ein deutlicher Sprung über die Marke von 25.000 Punkten.
Der DAX begann den Handel an Pfingstmontag höher und konnte im Anschluss weiter steigen. Dabei ließ er die runde Marke von 25.000 Zählern, die er letztmals vor zweieinhalb Wochen überwunden hatte, immer weiter hinter sich. Der deutsche Leitindex erklomm im Handelsverlauf zudem das höchste Niveau seit dem Tag vor Kriegsbeginn im Iran Ende Februar. Auch das Rekordhoch von 25.507,79 Punkten rückte immer näher. Zuletzt stand ein Plus von 2,01 Prozent auf 25.389,10 Zähler an der Kurstafel.
Auch der MDAX kletterte am Montag zeitweise auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren, während der SDAX bei 18.931,18 Punkten ein neues Rekordhoch erreichte.
Der Handel am Berichtstag verlief wegen des Pfingstfeiertags allerdings insgesamt sehr ruhig, und das bei dünnen Volumina. Viele Marktteilnehmer werden erst am Dienstag wieder in das Geschehen eingreifen. In Dänemark, Großbritannien, Norwegen, der Schweiz und den USA bleiben am Montag die Börsen geschlossen.
Trump: Rahmenabkommen mit Teheran voraus
Die USA stehen nach Angaben von Präsident Trump in den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs vor einem Rahmenabkommen mit Teheran und der Wiederöffnung der Straße von Hormus. Es sei „weitgehend“ ausgehandelt, schrieb Trump am Wochenende auf der Plattform Truth Social. Allerdings dämpfte er auch Hoffnungen auf ein schnelles Abkommen: „Die Verhandlungen verlaufen geordnet und konstruktiv, und ich habe meine Vertreter angewiesen, beim Deal nichts zu überstürzen, da die Zeit auf unserer Seite ist.“ Es bestehe „keine Eile“. Beide Seiten müssten sich Zeit nehmen. „Es darf keine Fehler geben!“
Der Iran will indes nach eigenen Angaben erst nach Abschluss eines Rahmenabkommens über sein Atomprogramm verhandeln. Aktuell werde nicht „über die Einzelheiten des Nuklearprogramms gesprochen“, sagte der Außenamtssprecher Ismail Baghai vor Pressevertretern. Das Rahmenabkommen wird von den Verhandlern als Memorandum of Understanding bezeichnet und soll 14 Punkte umfassen. „Diese 14-Punkte-Vereinbarung konzentriert sich auf die Beendigung des Krieges, und sollte diese Vereinbarung zustande kommen, werden innerhalb eines Zeitraums von 60 Tagen auch Gespräche über Themen im Zusammenhang mit dem Nuklearprogramm geführt werden“, sagte Baghai.
Anleger wieder zuversichtlicher – aber wie lange?
„Die Märkte vollziehen derzeit einen raschen Wandel: Sie preisen nicht länger geopolitische Ängste ein, sondern eine potenzielle Friedensdividende“, schrieb Marktbeobachter Stephen Innes von SPI Asset Management. Unter den Anlegern mache sich mit dem sinkenden Ölpreis auch Hoffnung breit, dass die inflationstreibende Wirkung des Ölpreises nachlässt.
Die US-Indizes S&P 500 und NASDAQ 100 waren am Freitag nur knapp unter ihren Rekorden geblieben. In Tokio überstieg der Nikkei 225 im Montagshandel indes erstmals die 65.000er-Marke.
Nach Einschätzung von Marktanalyst Timo Emden dürfte die Skepsis unter den Anlegern aber anhalten. Zu oft seien Investoren zuletzt von vermeintlichen Fortschritten ausgegangen, ehe neue Drohungen oder geopolitische Rückschläge für Enttäuschung gesorgt hätten. „Entscheidend dürfte sein, ob den politischen Signalen diesmal tatsächlich belastbare Vereinbarungen folgen“, so Emden. Der DAX dürfte sich damit weiterhin auf einem schmalen Grat zwischen Erleichterungsrally und Verunsicherung bewegen.
DAX-Rekord zuletzt im Januar
Der Abstand zum Rekordniveau wird am deutschen Aktienmarkt wieder kleiner. Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern aus dem Handel gegangen, was zudem einen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Carolin Ludwig, Melanie Schürmann, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
Ref: https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/dax-aktuell-hoechster-stand-seit-beginn-des-kriegs-im-iran-dax-knackt-25-000-punkte-marke-und-steigt-richtung-rekordhoch-15707322












