The European Vaccines Hub (EVH) is an EU-funded consortium connecting European institutions across the vaccine development chain to strengthen pandemic preparedness. Established in 2025, its goal is to rapidly make vaccines and medicines available during health crises. The Paul-Ehrlich-Institut (PEI) provides crucial scientific and regulatory expertise, helping build a European manufacturing network.
Key achievements include a database of European manufacturers and a comprehensive Vaccine Preparedness Plan, developed with PEI’s Center for Pandemic Vaccines and Therapeutics (ZEPAI), focusing on public health vaccine prototypes. PEI further contributes to regulatory preparedness strategies and model vaccine research. Funded by EU4Health (€102M), EVH spans discovery, pre-clinical, clinical, and regulatory/manufacturing stages, enhancing Europe’s readiness for future health emergencies.
Der European Vaccines Hub for Pandemic Readiness (EVH) ist ein EU-gefördertes Konsortium, das europäische Institutionen entlang der gesamten Impfstoffentwicklungskette vernetzt, um die Pandemievorsorge in Europa zu stärken. Ziel des EVH ist es, Impfstoffe und Arzneimittel gegen potenziell pandemierelevante Erreger im Krisenfall schnell verfügbar zu machen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, bringt dabei seine wissenschaftliche, regulatorische und praktische Expertise im Bereich der Pandemievorbereitung ein und unterstützt u. a. den Aufbau eines europäischen Netzwerks für die Herstellung und Bereitstellung von Impfstoffen. Bei der Jahrestagung vom 19. bis 21.05.2026 an der Universität Marburg präsentierten die Projektpartner des EVH aktuelle Fortschritte, tauschten Erfahrungen aus und diskutierten die nächsten Schritte zur Stärkung der europäischen Pandemievorsorge.
Die Teilnehmenden der Jahrestagung 2026 des European Vaccines Hub.
Quelle: Olaf Küffner
Der 2025 gegründete EVH ist eine Initiative zur Stärkung der Pandemiebereitschaft in Europa. Er ergreift Maßnahmen, um frühzeitig sowohl künftige gesundheitliche Notlagen zu erkennen als auch durch eine koordinierte, auf die öffentliche Gesundheit ausgerichtete Impfstoffentwicklung darauf zu reagieren. Bereits im ersten Jahr konnte der EVH erste konkrete wissenschaftliche, klinische und strategische Ziele erreichen: Unter anderem wurde eine erste strukturierte Datenbank europäischer Hersteller von Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern erstellt. Dieser Meilenstein bildet die Grundlage für die Analyse der Produktionskapazitäten in der EU.
EVH-Impfstoffbereitschaftsplan setzt auf Impfstoff-Prototypen
Des Weiteren hat das am Paul-Ehrlich-Institut angesiedelte Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika (ZEPAI) dazu beigetragen, den EVH-Impfstoffbereitschaftsplan zu erstellen. Es handelt sich dabei um einen umfassenden Plan, mit dem die Fähigkeit der EU gestärkt werden soll, künftige Epidemien und Pandemien zu bewältigen. Der Schwerpunkt des Plans liegt auf der Entwicklung von Impfstoff-Prototypen für die öffentliche Gesundheit und im Bereich skalierbarer Technologien.

Quelle: Paul-Ehrlich-Institut
Die Arbeit des ZEPAI im EVH ist für die europäische Pandemiebereitschaft in der Impfstoffherstellung von hohem Wert und zum beiderseitigen Vorteil: Zum einen kann das ZEPAI seine Aktivitäten enger mit der gesamten Entwicklungskette verzahnen, zum anderen profitiert der EVH von den vielfältigen Erfahrungen des ZEPAI in der Zusammenarbeit mit den Impfstoffherstellern beim Aufbau der komplexen Bereitschaftsstrukturen.
Dr. Joachim Bug (Kommisarischer Leiter des ZEPAI)
Regulatorisches und wissenschaftliches Engagement im EVH
Daneben bringt das Paul-Ehrlich-Institut sein regulatorisches und wissenschaftliches Fachwissen über den gesamten Lebenszyklus von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln hinweg in den Projekten des EVH ein. So konnte das Institut bereits maßgeblich zur Entwicklung einer Strategie zur Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen (Regulatory Preparedness Strategy) beitragen. Forscherinnen und Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben außerdem im Rahmen des EVH begonnen, in Abstimmung mit den Projektpartnern, Modellimpfstoffe auf Basis rekombinanter Masernimpfviren zu erzeugen und parallel die am Institut vorhandene Expertise zu komplexen Tiermodellen und deren Einsatzbereitschaft für die Impfstoffforschung im EVH einzubringen.
Erste konkrete Ergebnisse unterstreichen den Nutzen einer europäischen Pandemiebereitschaft
Diese Meilensteine unterstreichen den Nutzen von Impfstoffforschung und -entwicklung auf europäischer Ebene. Und auch die jüngsten Fälle von Infektionen mit dem Hantavirus und dem Ebolavirus machen deutlich, dass eine verstärkte Zusammenarbeit und Vorsorge auf europäischer Ebene erforderlich ist. Das Paul-Ehrlich-Institut wird sich daher auch im weiteren Projektverlauf mit seiner Expertise in den Bereichen Impfstoffe und biomedizinische Arzneimitteln im EVH einbringen und das Projektvorhaben gemeinsam mit den Partnerinstitutionen vorantreiben.
European Vaccines Hub – Hintergrund
Das EVH-Konsortium besteht aus führenden europäischen Organisationen aus sieben verschiedenen Ländern, die direkt an der Entwicklung von Impfstoffen beteiligt und in ihren Ländern für die Pandemievorsorge zuständig sind. Das EVH-Projekt wird von der „Sclavo Vaccines Association“ koordiniert, einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Siena (Italien), die sich der Förderung der Impfstoffforschung und -entwicklung widmet.
Der EVH basiert auf vier sich ergänzenden Säulen, die die gesamte Entwicklungskette von Impfstoffen abdecken:
- Discovery: Entdeckung potenzieller Impfstoffe
- Pre-clinical Studies: Prüfung in präklinischen Modellen
- Clinical Studies: Planung und Durchführung klinischer Studien
- Regulation & Manufacturing: Zulassung, Herstellung und Produktionsnetzwerk
Das Projekt wird für vier Jahre durch das EU4Health-Programm der Europäischen Union mit einem Beitrag von rund 102 Millionen Euro kofinanziert.
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