Villingen-Schwenningen (VS) plans a significant security upgrade for major public events like Fastnacht and Christmas markets. On June 24, the city council will vote on acquiring 15 mobile bollards and 70 meters of modular barriers for approx. €597,000 as an immediate measure.
This is part of a comprehensive security concept developed with experts. A broader €6 million plan for 2026/2027 will add permanent protective devices, including fixed bollards and seating blocks, in Villingen’s and Schwenningen’s city centers.
Supporters stress the necessity for public safety, citing current „unprofessional“ methods and liability concerns. However, critics find the overall €6 million concept „significantly exaggerated“ and financially burdensome, arguing 100% protection is unattainable. Officials emphasize providing minimum protection to ensure public participation without fear.
Um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger bei Großveranstaltungen wie Fastnacht, Weihnachtsmärkten oder der Kulturnacht maßgeblich zu erhöhen, soll die bisherige Praxis grundlegend modernisiert werden.
Deshalb soll auch in VS aufgerüstet werden. Der Gemeinderat soll aus diesem Grund in seiner Sitzung am 24. Juni über die Vergabe eines Auftrags an die Firma Kommondo GmbH aus Weilheim entscheiden.
Für insgesamt rund 597.000 Euro (brutto) sollen 15 mobile Poller und 70 Laufmeter mobile modulare Barrieren angeschafft werden. Der Verwaltungs- und Kulturausschuss empfiehlt das mehrheitlich.
„Nicht bei jedem Heckenfest“
In dessen Sitzung betonte Bürgeramtsleiter Ralf Glück, dass der „Zufahrtsschutz immer wichtiger“ werde. Seit fast zehn Jahren befasse man sich mit der Thematik immer wieder, allerdings bisher „sehr unprofessionell“. Das könne „man so nicht dauerhaft treiben“. Wichtig sei, zu betonen, dass man mit dem erarbeiteten Konzept keine Veranstaltungen, sondern Veranstaltungsorte schütze. Und: „Natürlich muss man das nicht bei jedem Heckenfest machen.“
Die Anschaffung der mobilen Sperren ist allerdings wohl nur der erste Schritt. Das Bürgeramt hat gemeinsam mit dem zertifizierten Sachverständigenbüro für Zufahrtsschutz namens „Initiative Breitscheidplatz GmbH“, der Polizei, der Feuerwehr, dem Tiefbauamt und weiteren Akteuren ein umfassendes Schutzkonzept für die Innenstädte von Villingen und Schwenningen ausgearbeitet.
Sitzblöcke und „Multibeete“
Das Konzept sieht neben den mobilen Barrieren auch massive permanente, stationäre Schutzvorrichtungen vor. So sind in der Innenstadt, in Villingen unter anderem automatische und steckbare Poller sowie Sitzblöcke an neuralgischen Punkten wie dem Niederen Tor, der Bickenstraße, der Kanzleigasse oder der Färberstraße vorgesehen. Und in Schwenningen stehen feste und automatische Poller sowie gestalterische Barrieren („Multibeete“) für den Marktplatz, die Muslen, die Harzerstraße und Bereiche der Kulturnacht auf dem Plan.
Für den späteren Einbau dieser permanenten Barrieren wurden im Doppelhaushalt 2026/2027 bereits weitere erhebliche Mittel beantragt: 2,5 Millionen Euro für 2026 und 3,5 Millionen Euro für 2027. Hierzu wird der Gemeinderat gesondert beraten.
Der Verwaltungs- und Kulturausschuss tagte nun in der Sache öffentlich vorberatend. Die Vorlage des Bürgeramtes stieß hier allerdings nicht nur auf Zustimmung.
„Deutlich überzogen“
Während Katharina Hirt (CDU) für ihre Fraktion erklärte, dass diese die gesellschaftliche Entwicklung traurig finde, „aber die absolute Notwendigkeit“ solcher Maßnahmen sehe, kritisierte Veronika Bastian (FWV) zwar nicht die aktuelle Entscheidung mit den mobilen Gerätschaften, sehr wohl aber das Gesamtkonzept. „Wir reden nicht mehr von Kleingeld“, meinte sie hier angesichts der Millionenbeträge. Ihre Fraktion sehe das „als deutlich überzogen an“. Die Kriminaloberrätin im Ruhestand ist sich sicher: „Wir lassen uns da von einer Entwicklung treiben. Wir suchen 100-prozentigen Schutz, den es letztlich nicht geben wird.“ Die Täter seien immer einen Schritt voraus. Hier verwies sie zum Beispiel auf einen möglichen Einsatz von Drohnen. „Wollen wir uns in der nächsten Stufe mit Drohnenabwehrraketen ausstatten?“, fragte sie.
Amtsleiter Glück entgegnete, dass das Vorgeschlagene „der Stand der Dinge“ und passgenau für VS zusammengestellt worden sei. Allerdings könne der Gemeinderat selbstverständlich entscheiden, was genau angeschafft werde.
„Dem Schutz der Bevölkerung verpflichtet“
Olaf Barth meinte für die AfD: „Gefühlsmäßig sagen wir ja, wir müssen was machen.“ Aber man sehe es kritisch unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Folgen und befürchte zudem einen Verdrängungseffekt. Ulrike Merkle (Grüne) wiederum begrüßt das Vorgeschlagene. VS sei eine festfreudige Stadt und man sei dem Schutz der Bevölkerung verpflichtet. „Es darf nicht sein, dass die Menschen aus Angst, dass irgendetwas passieren könnte, nicht mehr zu den Veranstaltungen gehen, die wir anbieten“, so ihr Credo.
Rechtliche Dimension
Birgitta Schäfer (SPD) findet es wie auch ihre Fraktionskollegen bedauerlich, wie die gesellschaftliche Entwicklung sei. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Lösung überzeugte derweil die Sozialdemokraten. Juristin Schäfer verwies auch auf Haftungsfragen: „Das, was die Justiz uns vorgibt, können wir tun, damit wir nachher nicht noch größere Summen zahlen müssen.“
Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte: „Es geht um die Sicherheit der Bevölkerung.“ 100 Prozent bekomme man nicht hin, da seien sich ja alle einig, „aber wir müssen einen Mindestschutz gewähren.“ Er machte auch deutlich: Komme die Stadt dafür nicht auf, müsse sie Auflagen für die Veranstalter machen. „Dann werden wir’s halt anordnen, dann ist die Frage: Kann das der Veranstalter leisten?“, stellte er als Szenario in den Raum.
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