Mallorca is declaring an unprecedented „state of emergency“ for a total solar eclipse on August 12th. Authorities anticipate tens of thousands will flock to western viewing points, creating significant safety concerns. To prevent dangerous crowds, traffic chaos, and associated risks like wildfires and accidents during peak tourist season, extensive measures are being implemented.
Roads will be closed, checkpoints established, and police presence dramatically increased, supported by helicopters and emergency services. Popular scenic spots are discouraged, with nine safer, officially designated observation areas recommended across the island, prioritizing space and emergency access. This comprehensive effort aims to ensure public safety and manage the immense influx of eclipse watchers.

Am kommenden Mittwoch beginnt auf Mallorca eine Art Ausnahmezustand. Straßen werden gesperrt, an den Zufahrten zum Tramuntana-Gebirge richten Polizisten Kontrollstellen ein, Hubschrauber stehen bereit, die Rettungsdienste gehen in Alarmbereitschaft.
An den schönsten Aussichtspunkten der Insel werden Checkpoints eingerichtet und Parkplätze geschlossen. Und das alles, um am Abend der Sonnenfinsternis gefährliche Menschenansammlungen zu verhindern.
Am 12. August wird die Sonne über Mallorca nicht einfach im Meer versinken. Gegen 20.30 Uhr schiebt sich der Mond auf der Insel vollständig vor die Sonnenscheibe. Seit Monaten buchen Hobbyastronomen und Urlauber Zimmer mit Blick nach Westen. Restaurants an der Küste sind vielerorts ausgebucht, Ausflugskatamarane sind längst belegt. Zehntausende werden sich am selben Abend auf den Weg zu den Klippen und Stränden im Westen und Süden der Insel machen.
Sonnenfinsternis ist für Mallorcas Behörden ein Sicherheitsproblem
Dort, wo die Sonne unmittelbar vor ihrem Untergang total hinter dem Mond verschwindet, verspricht die totale Sonnenfinsternis ihr spektakulärstes Bild.
Für Astronomen ist das ein Glücksfall. Für Mallorcas Behörden ist es vor allem ein Sicherheitsproblem.
Die Inselbehörden sprechen selbst von einem „Einsatz ohne Beispiel“. Hunderte Polizeibeamte werden unterwegs sein – auf den Straßen, entlang der Küste und auch in der Luft. Im Mittelpunkt stehen die Zufahrten zum westlich gelegenen Tramuntana-Gebirgszug und die Küstenstraßen im Süden der Insel. Genau dort erwarten die Einsatzkräfte die größten Besucherströme.
Viele Straßen werden schon am Nachmittag für den normalen Verkehr gesperrt. Passieren dürfen sie nur noch Anwohner, Linienbusse sowie Hotel- oder Restaurantgäste mit nachweisbarer Reservierung.
Auch an „Ballermann“-Meile Ausnahmezustand
Auch an der berühmten „Ballermann”-Meile Playa de Palma beginnt der Ausnahmezustand bereits Stunden bevor sich der Mond vor die Sonne schiebt. Die Fahrbahn an der ersten Strandlinie wird am Morgen für Autos geschlossen. Zusätzliche Polizeistreifen sollen nicht nur verhindern, dass der Verkehr kollabiert. Sie sollen auch Taschendiebe fernhalten, die große Menschenansammlungen erfahrungsgemäß ausnutzen.
„Wir wollen die Bewegungsfreiheit nicht einschränken, sondern dafür sorgen, dass sie sicher verläuft“, sagt Pablo Gárriz, der den Katastrophenschutzeinsatz der Balearen koordiniert.
Genau darin liegt der Widerspruch dieses Sommers. Die Insel wirbt seit Monaten für eines der spektakulärsten Himmelsereignisse Europas. Und nun bitten die Behörden die Besucher, möglichst nicht alle an dieselben Orte zu fahren.
Regierung empfiehlt neun offizielle Beobachtungsplätze
Deshalb empfiehlt die Regionalregierung lieber neun offizielle Beobachtungsplätze, die über die ganze Insel verteilt sind. Es sind nicht unbedingt die schönsten Aussichtspunkte, denn die Beobachtungsstellen wurden unter dem Aspekt der Sicherheit ausgesucht. Darunter sind Strände wie die Playa de Palma oder Santa Ponça, aber auch eher unerwartete Orte wie das Fußballfeld von Algaida oder die Rennstrecke Son Matamoros bei Felanitx.
Entscheidend ist bei diesen Empfehlungen genügend Platz, Parkmöglichkeiten und freie Zufahrten für Rettungsdienste. Die berühmten Aussichtspunkte im Tramuntana-Gebirge sollen möglichst nicht zum Flaschenhals des Abends werden.
Dass die Behörden diesen Aufwand betreiben, kommt nicht von ungefähr. Mitte August erreicht Mallorca traditionell seinen touristischen Höhepunkt. Rund zwei Millionen Menschen halten sich dann auf der Insel auf. Wenn Zehntausende nahezu gleichzeitig in Richtung Westküste losfahren, reichen wenige Engstellen aus, um das Straßennetz lahmzulegen.
Auf Mallorca herrscht höchste Waldbrandgefahr
Es ist nicht der einzige Punkt, der den Einsatzkräften Sorgen bereitet. Auf Mallorca herrscht höchste Waldbrandgefahr. Seit Wochen hat es kaum geregnet, die Vegetation ist ausgedörrt. Ein heiß gelaufener Motor oder eine achtlos weggeworfene Zigarette könnten genügen, um ein verheerendes Feuer auszulösen. Und das möglicherweise ausgerechnet dort, wo sich am Mittwochabend die meisten Menschen aufhalten.
„Wir wissen, dass dies ein ganz besonderer Tag wird, und wir möchten, dass alle ihn genießen können. Aber wir bitten um größtmögliche Vorsicht und Verantwortungsbewusstsein“, sagt Umweltminister Joan Simonet.
Auch auf dem Meer rechnen die Behörden mit viel Betrieb. Ausflugsboote sind seit Wochen ausgebucht. Die Seenotrettung verstärkt ihren Einsatz. „Die Schiffsführer dürfen ihre Wachsamkeit nicht verlieren“, mahnt José Ramón Crespí, Leiter der Seenotrettung.
Augenärzte verstärken die Notaufnahmen
Kurz nach 19.30 Uhr beginnt sich der Mond langsam vor die Sonne zu schieben. Gegen 20.30 Uhr verschwindet die Sonne vollständig hinter der schwarzen Mondscheibe. Für Astronomen endet die Geschichte damit allerdings nicht. Die Sonnenfinsternis vom 12. August ist der Auftakt einer außergewöhnlichen Serie.
Schon im August kommenden Jahres wird über Südspanien erneut eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein, Anfang 2028 folgt eine ringförmige. Eine solche Folge dreier Sonnenfinsternisse innerhalb von drei Jahren ist selten und macht Spanien derzeit zu einem Mekka für Himmelsbeobachter weltweit.
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