The Syltdamm, originally the Hindenburgdamm, was a monumental engineering feat. Built over four years by up to 1500 workers enduring harsh North Sea conditions, the 11.3km railway opened in 1927. Recently renamed due to Paul Hindenburg’s controversial legacy, it is now one of Germany’s busiest lines, transporting 2.8 million people annually to Sylt.
Near the dam’s original construction site, the luxurious Landhaus Severin’s Morsum Kliff celebrates its 10th anniversary. This exclusive hotel, known for its „island feeling“ and authentic Sylt cuisine, stands where dam workers once received wages. Carrying on a Michelin-starred culinary legacy, it’s part of Sylt’s rich gastronomic scene, which boasts over 200 diverse restaurants.
Bis zu 1500 Arbeiter und Ingenieure rangen damals der Nordsee das 11,3 Kilometer lange Bauwerk ab. Sie kämpften gegen starke Strömungen und durchquerten Dutzende Priele, schufteten täglich bis zu 18 Stunden, schaufelten Sand, schleppten Tausende Tonnen Steine und rammten Bohlen ins Watt. Ihren Tageslohn, der gerade für ein Laib Brot reichte, erhielten die Arbeiter in einer Holzhütte nahe ihrer Barackenstadt auf dem Munkhoog in Morsum, einer rund 23 Meter hohen Erhebung an der Ostküste Sylts – nur einen Steinwurf entfernt vom Damm. An dieser Stelle steht heute das Landhaus Severin‘s Morsum Kliff, ein exklusives Hotel mit 13 Zimmern, Reetdach, Kamin-Bar und Restaurant. Das Refugium inmitten der Heidelandschaft gilt unter vielen Sylt-Urlaubern als das gemütlichste Hotel. Jetzt feiert es seinen zehnjährigen Geburtstag.
Vier Jahre dauerte der Bau des Damms. Eine Herkulesaufgabe. Keiner wusste, ob es funktioniert, 28 Millionen Kubikmeter Wasser, das durch die Gezeiten viermal täglich ab- und wieder abfließt, zu überwinden. Ingenieur Hans Pfeiffer kam auf die geniale Idee, die Strecke nicht schnurgerade zu bauen, sondern den Dammverlauf den natürlichen Gegebenheiten des Wattenmeeres anzupassen. Das nimmt der Natur etwas von ihrer Gewalt. Der Bau spaltete jedoch die Sylter Bevölkerung. Viele hatten Angst vor dem „Gesindel“, das mit dem Damm auf die Insel kommen könnte.
Am 1. Juni 1927 wurde das Bauwerk von Reichspräsident Paul Hindenburg feierlich eröffnet – und erhielt dessen Namen. Die Kosten: rund 19 Millionen Reichsmark – umgerechnet etwa 60 Millionen Euro. Heutzutage ist der Damm, der Anfang Juni offiziell von Hindenburgdamm in Syltdamm umbenannt wurde – Paul Hindenburg gilt vielen als „Steigbügelhalter Hitlers“, weil er ihn zum Reichskanzler ernannte und so die Diktatur ermöglichte – eine der meistbefahrenen Bahnstrecken Deutschlands. Jährlich kommen mehr als 700.000 Fahrzeuge und 2,8 Millionen Menschen über die Trasse, die bei der Deutschen Bahn unter der Bezeichnung „Nummer 2010“ geführt wird, auf die Insel – im Schnitt rund 1100 Autos und 7600 Personen täglich. Die Fahrt dauert 45 Minuten und ist für viele Reisende, die seit Jahrzehnten auf Sylt Urlaub machen oder hier eine Zweitwohnung besitzen, eine emotionale Anreise. Das Licht verändert sich, das scheinbar endlose Wattenmeer fasziniert – Urlaub für die Augen. Und für die Seele, denn der Alltag bleibt auf dem Festland zurück und die einzigartige Natur des Nordens übernimmt. Spätestens, wenn das erste typische Reetdachhaus in Sicht kommt, das Landhaus Severin‘s in Morsum, stellt sich bei vielen Urlaubern das erlösende „Insel-Gefühl“ ein.
In den 1980er-Jahren erlangte das große Friesenhaus unter Koch Jörg Müller Berühmtheit, der sich den ersten Michelin-Stern auf Sylt erkochte. Seit 2016 gehört die Immobilie zur Hotelgruppe Severin‘s, deren Eigentümer der deutsche Bauunternehmer Kurt Zech ist. Kulinarisch überzeugen sowohl das Haus am Morsumer Kliff (Küchenchef: Markus Pertgen) als auch die größere „Schwester“, das Fünf-Sterne-Superior-Hotel Severin‘s Resort & Spa in Keitum (62 Zimmer und Suiten, 22 Appartements, drei Appartementhäuser und fünf private Villen), durch eine authentische Sylter Küche. Dazu gehören frische Nordseekrabben und die vor der Insel gezüchtete berühmte „Sylter Royal“ (Auster), Salzwiesenlamm und Galloway-Rind. Sanddorn, der in den Dünen wächst, die „Zitrone des Nordens“, wird zu Marmeladen, Likören, Sirup und in Kuchen verarbeitet. Auch das Abendrestaurant „Tipken‘s by Nils Henkel“ (ein Michelin-Stern) ist auf Fisch und Fleisch sowie regionales Gemüse spezialisiert. Die Gerichte, etwa gedämpfter Kabeljau mit Muscheln, Dill und Nordseekrabben, sind präzise, leicht und setzen auf feine Aromen. Sterne-Koch Henkel beschreibt seinen Gourmet-Tempel als „eine dem Standort angepasste Variante der Flora & Fauna-Küche“.
Aber auch wer es weniger spektakulär mag, hat auf Sylt die Qual der Wahl unter mehr als 200 Restaurants von „Gosch“ bis zur „Sansibar“, in denen es Scholle, Matjes und Fischbrötchen gibt. Ein einziger Urlaub wird vermutlich nicht reichen, die Inhalte aller Karten durchzuprobieren. Aber irgendwo muss man ja anfangen. Warum also nicht im Jahr der Jubiläen?
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