The Schwarzwald-Baar-Kreis excels nationwide in waste separation. A „Deutschland trennt“ show truck highlighted its success, engaging motivated residents seeking to refine their knowledge. Waste management noted robust structures, high collection (7000 tons light packaging annually), and strong resident ethics drive this. The district surpasses national averages for glass and paper, notably from online shopping. Many residents are unaware packaging disposal is pre-paid via dual systems. The truck addressed common uncertainties. Challenges include „Fehlwürfe“ (wrong items) in yellow bins (e.g., non-packaging plastics) and language barriers. The campaign underscored accessible education is crucial for sustaining this vital regional responsibility.
Der Schwarzwald‑Baar‑Kreis gehört bundesweit zu den Regionen, die beim Thema Mülltrennung seit Jahren überdurchschnittlich gut abschneiden – und genau das wurde sichtbar, als der Showtruck der bundesweiten Aufklärungskampagne „Deutschland trennt“ auf dem Culinara‑Parkplatz in Schwenningen Station machte und sich das Amt für Abfallwirtschaft daran beteiligte.
Initiiert und organisiert wird die Aktion von „Mülltrennung wirkt“, einer Initiative der dualen Systeme. Wo anderswo noch grundlegende Fragen zur Trennpraxis dominieren, zeigte sich in Schwenningen schnell: Die Menschen im Kreis wollen trennen, sie tun es oft schon gut – und sie nutzen Gelegenheiten wie diese, um ihr Wissen weiter zu schärfen. Für Culinara‑Geschäftsführerin Sabine Steinbrunner war es daher auch selbstverständlich, der Aktion die passende Plattform zu bieten.
Für Martin Fetscher, den Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft im Landratsamt Schwarzwald‑Baar‑Kreis, war der Besuch ein idealer Anlass, die regionale Perspektive zu erklären. Denn der Kreis steht nicht zufällig gut da: Die Strukturen funktionieren, die Sammelmengen sind hoch, und die Bevölkerung zeigt seit Jahren eine stabile Trennmoral. Rund 7000 Tonnen Leichtverpackungen werden jährlich erfasst – etwa 30 Kilogramm pro Einwohner.
Glas und Papier über Bundesdurchschnitt
Bei Glas und Papier liegt der Kreis traditionell über dem Bundesdurchschnitt. Besonders deutlich wird das beim Papier: Rund 12.000 Tonnen fallen pro Jahr an, und inzwischen bestehen 30 bis 40 Prozent davon aus Verkaufsverpackungen, vor allem Kartonagen aus dem boomenden Onlinehandel. „Das geht schon in Richtung der Hälfte der Papiermengen, die wir sammeln – und das ist alles über die dualen Systeme finanziert“, erklärte Fetscher.
Die Region profitiert hier von stabilen Kreisläufen und einer Bevölkerung, die Papier seit Jahrzehnten zuverlässig trennt. Dass die Abfallwirtschaft zweigeteilt ist – der Kreis für Rest‑, Bio‑ und große Teile des Papiers, die dualen Systeme für Verkaufsverpackungen – ist vielen Menschen nicht bewusst. „Viele wissen gar nicht, dass sie die Entsorgung ihrer Verpackungen bereits beim Kauf mitbezahlen“, sagte Fetscher.
Fragen rund um Mülltrennung
Der Showtruck bot die Gelegenheit, genau solche Zusammenhänge niedrigschwellig zu erklären. Und er zeigte, wo selbst im gut aufgestellten Schwarzwald‑Baar‑Kreis Unsicherheiten bestehen: Muss der Joghurtdeckel ab? Wohin mit dem Teebeutel? Was passiert mit Kartonagen? Fetscher blieb gelassen. „Man kann über Details reden, aber entscheidend ist, überhaupt zu trennen. Wir haben immer noch Menschen, die gar nicht trennen – und das können wir uns als Gesellschaft nicht leisten.“
Ein regional besonders relevantes Thema sind Fehlwürfe in der Gelben Tonne. Seit der Umstellung vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne im Jahr 2022 ist die Kontrolle schwieriger geworden. „In der Tonne kann man mehr verstecken“, so Fetscher. Trotzdem sei die Umstellung im Kreis richtig gewesen: weniger herumfliegende Säcke, mehr Sauberkeit, mehr Akzeptanz.
Nicht alles gehört in die gelbe Tonne
Problematisch seien vor allem grobe Verunreinigungen – Restmüll, Windeln oder ganze Haushaltsgegenstände. Auch der Irrtum, dass „wertstoffartige“ Kunststoffprodukte wie Wäschekörbe oder Spielzeug in die Gelbe Tonne gehören, sei im Kreis verbreitet. „Diese Dinge sind nicht über die dualen Systeme finanziert“, stellte Fetscher klar. Für solche Abfälle gebe es die Wertstoffhöfe oder die zweimal jährlich kostenlose Sperrmüllabholung – ein Service, der im Schwarzwald‑Baar‑Kreis besonders gut genutzt wird.
Ein Thema, das im Kreis wie bundesweit eine Rolle spielt, ist die Sprachbarriere. Zwar gibt es das Abfall‑ABC in vielen Sprachen, doch die größten Probleme entstehen in anonymen Mehrfamilienhäusern, wo Verantwortung oft diffus ist. „Wenn einer falsch trennt, ziehen andere nach“, so Fetscher.
Aufklärung zur Mülltrennung hilft
Am Ende zeigte der Besuch des Showtrucks, dass Aufklärung wirkt – besonders dort, wo sie nah an den Menschen stattfindet. Für den Schwarzwald‑Baar‑Kreis war der Stopp mehr als ein Kampagnenbaustein: Er war ein Spiegel der regionalen Stärken und Schwachstellen, ein Blick darauf, warum die Region im Bundesvergleich gut dasteht – und wo sie dennoch weiter sensibilisieren muss. Mülltrennung ist hier längst kein Randthema, sondern ein Teil regionaler Verantwortung und ein Baustein für funktionierende Kreisläufe und nachhaltigen Ressourcenschutz.
Zwischen Glücksrad, Infomaterial und spielerischen Aktionen suchten die Promoterinnen der Aktion „Deutschland trennt“, Joanna Matejkowski und Giulia Niklas, das Gespräch mit den Menschen – und bestätigten den regionalen Eindruck: Die meisten wollen richtig trennen, viele sind gut informiert, aber im Detail gibt es Überraschungen. „Viele denken, sie wissen alles – und merken dann, dass es doch ein paar Aha‑Momente gibt“, sagten sie.
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