English Summary (100 words):
A successful small potter, selling handmade goods globally, stopped shipping to other EU countries in mid-August. The reason isn’t increased costs, but the EU’s „Extended Producer Responsibility“ (EPR) packaging regulation. EPR requires small businesses to register and report packaging data in each EU destination country they send a single package to. For the potter, making modest sales, this bureaucratic burden is impractical. Consequently, she, and thousands of other small businesses, stopped shipping cross-border within the EU. Critics view this as EU bureaucracy stifling free trade, creating immense hurdles for productive small enterprises, and forcing them to limit their markets. This trend of „stopping selling“ rather than facing complex regulations is growing.
Deutsche Übersetzung der Zusammenfassung (106 Wörter):
Eine erfolgreiche kleine Töpferin, die weltweit handgefertigte Waren verkaufte, liefert seit Mitte August nicht mehr ins EU-Ausland. Der Grund sind nicht gestiegene Kosten, sondern die EU-Verpackungsverordnung „Extended Producer Responsibility“ (EPR). EPR verlangt von Kleinunternehmen, sich in jedem EU-Zielland, in das sie ein Paket versenden, umfassend zu registrieren und Verpackungsdaten zu melden. Für die Töpferin mit bescheidenen Umsätzen ist dieser bürokratische Aufwand unpraktikabel. Folglich hat sie, wie Tausende andere Kleinläden, den grenzüberschreitenden EU-Versand eingestellt. Kritiker sehen dies als EU-Bürokratie, die den freien Warenverkehr behindert, produktiven Kleinunternehmen enorme Hürden schafft und sie zwingt, ihre Märkte einzuschränken. Dieser Trend, den Verkauf einzustellen, statt sich komplexen Vorschriften zu stellen, nimmt zu.
Die Töpferin hat sich in den vergangenen Jahren mit originellen Designs und hoher Qualität einen guten Namen gemacht. Sie verkauften ihre selbst hergestellten Waren in einem kleinen Laden, auf Märkten und über ihren Instagram-Auftritt weltweit. Seit Mitte August versendet sie allerdings nicht mehr von ihrem Sitz in Süddeutschland ins EU-Ausland.
Der Grund sind nicht etwa gestiegene Portokosten oder andere Misslichkeiten. Es ist grundsätzlich die EU-Verpackungsverordnung, die nunmehr vorschreibt, dass selbst der kleinste Kleinhändler in jedem einzelnen Land, in dem er auch nur ein einziges Paket an Endkunden versendet, umfassenden Registrierungs- und Meldepflichten unterliegt.
„Dann sind die nicht automatisch insolvent“
Das Monster heißt „Extended Producer Responsibility“ (EPR), auch auf Deutsch: erweiterte Herstellerverantwortung. In jedem Gläubigerrecht muss ein EPR-Bevollmächtigter ausgewählt werden, der folgende Einträge im nationalen Herstellerregister ebenso vorgenommen hat wie Verpackungsmengen aufgeschlüsselt, um Verpackungsmaterial zu melden. Obendrauf setzt die EU weitere Verpflichtungen, unter anderem die Erstellung von Dokumentationen und Nachweisen.
Die Töpferin, die gerade einmal sich und ihre Familie ernährt und dabei ohnehin nur bescheidene Umsätze aufgezeichnet, macht das, was der gesunde Menschenverstand nahelegt: Sie liefert nicht mehr ins EU-Ausland. Auf Instagram kündigen das derzeit Tausende von kleinen Läden an. So ist das mit der EU, denkt mancher: Wenn es nichts Sinnvolles mehr zu tun gibt, muss man in die tiefsten Details des Wirtschaftslebens gehen und sich neue Regulierungen, Nachweispflichten und Vorschriften ausdenken, damit die EU-Bürokraten ihren Job behalten.
Aus banalen Versandkosten wird ein Bürokratiemonster
Man quält die Produktiven, sagen Kritiker, weil man andernfalls selbst unproduktiv würde. Hieß es früher, die EU stand für freien Warenverkehr und den stärksten Binnenmarkt der Welt, wird heute aus dem banalen Versandkarton ein Bürokratiemonster. Den Händlern klingen dann wohl noch die berühmten Worte eines ehemaligen Kinderbuchautors in den Ohren: „Dann sind die nicht automatisch insolvent, aber sie hören vielleicht auf zu verkaufen.“
Genau das tun sie nun, sie hören auf zu verkaufen, jedenfalls ins EU-Ausland. Die Europäische Kommission geht immer wieder von dem Irrglauben aus, nur sie verfüge über allein selig machende Wahrheiten und könnte Menschen und Unternehmen mit immer rigideren Vorschriften in eine bestimmte Richtung drängen. Gesunder Menschenverstand lässt sich aber nicht verbieten. Was die Händler im Kleinen machen, macht übrigens die Industrie schon länger im Großen und wandert ab.
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